„Seit zehn Jahren schenken Sie Zeit und Ihre Fähigkeiten“

Ambulantes Hospiz Neustadt/Weinstraße feiert 10-jähriges Bestehen - ehrenamtliche Hospizhelfer begleiten Sterbende in den letzten Tagen ihres Lebens

20.10.2010

Neustadt/Weinstraße. „Sie sind ein Segen“, betonte Christa Garvert, die Sprecherin der Geschäftsführung, bei der Feier Anfang Oktober anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Ambulanten Hospizes in Neustadt an der Weinstraße. Damit meinte sie die Hospizhelferinnen und -helfer, die seit zehn Jahren ehrenamtlich alles tun, damit Patienten, die an einer weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden, ihre letzten Wochen und Monate in Würde und möglichst ohne Schmerzen und Beschwerden verbringen können. Zusammen mit Pflegediensten, Ärzten und drei hauptamtlichen Hospizfachkräften tragen sie dazu bei, dass Schwerstkranke zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung bleiben und dort auch versterben können, wenn sie das wollen. Darüber hinaus stehen die Ehrenamtlichen auch den Angehörigen und Freunden zur Seite, entlasten sie in der Endphase der Krankheit und begleiten sie in ihrer Trauer. Für sie haben die Mitarbeiter des Ambulanten Hospizes das Trauercafé und den Trauertreff am Abend gegründet.

„Seit zehn Jahren schenken Sie Zeit und Ihre Fähigkeiten“, betonte Annette Nicola-Imhoff von der Ökumenischen Hospizhilfe Pfalz-Saarpfalz. In ihrem Festvortrag nahm sie unter anderem die Veränderungen in den Blick, die in der Hospizarbeit anstehen, wenn in Zukunft die Spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung (SAPV) eingeführt wird, eine ärztlich verordnete palliativpflegerische und -medizinische Versorgung schwerstkranker Menschen durch Palliativmediziner und speziell ausgebildete Pflegekräfte. Die Hospizarbeit werde auch da ihren Platz haben, und das ehrenamtliche Engagement der Hospizhelfer sei auch in Zukunft unverzichtbar, ist sie überzeugt. Auch in veränderten Strukturen müsse der sterbende Patient der Maßstab des Handelns sein. Darüber hinaus sollten die psychosozialen Aspekte der Hospizarbeit auch bei der SAPV erhalten bleiben. „Diese sind bei einer ganzheitlichen Begleitung Sterbender neben der palliativmedizinischen und -pflegerischen Betreuung unverzichtbar“, so Annette Nicola-Imhoff. Dafür sei eine partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Beteiligten auf Augenhöhe unerlässlich.

Die Anfänge der Hospizarbeit in Neustadt gehen zurück in das Jahr 1997, als sieben engagierte Frauen eine erste Hospizgruppe gründeten. Als sich die AOK dann drei Jahre später bereit erklärte, 40 Prozent der Personalkosten für die beiden Hospizkräfte zu übernehmen, konnte das Ambulante Hospiz gegründet werden. Die restlichen 60 Prozent finanzierte die Marienhaus GmbH. Seit 2003 arbeitet zusätzlich eine Koordinierungsfachkraft im Ambulanten Hospiz, die vom Caritas-Verband für die Diözese Speyer e.V. getragen wird. Sie ist für die Gewinnung, Schulung und Begleitung der ehrenamtlichen Hospizhelfer zuständig. In den vergangenen zehn Jahren haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ambulanten Hospizes insgesamt 700 Patienten begleitet. „In den ersten fünf Jahren haben wir 218 Sterbende betreut, in den vergangenen fünf Jahren 482 Patienten“, berichtete die Hospizfachkraft Kerrin Klatt. Zudem werde das Ambulante Hospiz in Neustadt und Umgebung immer bekannter, Dazu trügen sicher auch Aktivitäten wie die Teilnahme am Neustadter Altstadtlauf bei, an dem sich das Ambulante Hospiz seit 2006 regelmäßig beteiligt und inzwischen die größte Läufergruppe stellt.

„Die Begleitung Sterbender gehört untrennbar zur Unternehmensphilosophie des Trägers“, betonte Christa Garvert. Der Träger führe damit ein Anliegen der seligen Rosa Flesch, der Gründerin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen weiter, für die der Dienst an Armen, Kranken und Sterbenden zeitlebens an erster Stelle stand.

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