Das Heilige mit dem Unheiligen vermischen

Benefizveranstaltung zu Gunsten der Waldbreitbacher Hospiz-Stiftung mit ne bergische Jung alias Willibert Pauels

25.10.2010

Waldbreitbach. Ein wahres Feuerwerk an Witzen brannte Willibert Pauels am Vorabend des Welthospiztages Anfang Oktober im Forum Antoniuskirche ab. Der im Kölner Karneval als ne bergische Jung bekannte Büttenredner mit roter Clownnase, schwarzer Brille und Hut gastierte schon zum zweiten Mal auf dem Waldbreitbacher Klosterberg zu Gunsten der Waldbreitbacher Hospiz-Stiftung und unterhielt die rund 350 begeisterten Gäste zwei Stunden mit einer gelungenen Mischung aus Witz und hintergründigem Humor. So erzählte der im Nebenberuf als katholischer Diakon tätige Pauels Witze über das Verhältnis von Rheinländern und Westfalen sowie Türken, um dann festzustellen, dass dies alles diskriminierend aufgefasst werden könnte. Harmlos wären allenfalls Tierwitze, von denen er auch eine ganze Menge auf Lager hatte. Die anderen Witze kamen ihm aber trotzdem immer wieder in den Sinn, und „die müssen dann einfach raus“, wie er betonte. Und nicht nur einmal amüsierte er sich köstlich über eine Pointe, die er noch gar nicht erzählt hatte. 

„Hörn se mal, sie sin doch nicht wirklich Diakon“, das müsse er sich häufiger anhören. Auch wenn es manche Menschen nicht glauben wollten, er sei tatsächlich 1993 zum Diakon geweiht worden und übe seinen Beruf auch heute noch gerne in Wipperfürth im Bergischen Land aus. Bei dieser Gelegenheit erklärte er dem Publikum auch gleich, was er als Diakon alles dürfe, stimmte das Fronleichnamslied Tantum ergo sacramentum an und bedauerte es, dass es ihm nicht erlaubt sei, Beichte zu hören. Das wirklich Spannende bliebe den Priestern vorbehalten. 

Karneval, Feiern und Kirche – das passe sehr gut zusammen, davon ist Pauels zutiefst überzeugt. Nicht umsonst kämen nahezu alle Kölner Karnevalsgrößen aus dem Raum der Kirche. Im Rheinland gelinge es, „das Heilige mit dem Unheiligen zu vermischen, ohne dass es blasphemisch wird“, so Pauels. Die Pointe eines Witzes sei ein plötzlicher radikaler Perspektivenwechsel. „Deshalb müsste man lachen und das befreit“, philosophierte er über das Wesen des Witzes und ist sich sicher: „In einem befreienden Lachen kann man Gott spüren.“ Wenn ich glaube, dass der Tod nicht das Letzte ist, was mich erwartet, dann kann ich sogar darüber Witze machen, so Pauels, der auch dieses Mal wieder auf seine Gage verzichtete, so dass der gesamte Reinerlös der Veranstaltung von rund 6.000 Euro der Waldbreitbacher Hospiz-Stiftung zu Gute kommt. 

Heute Abend habe sie eines gelernt, gab Generaloberin Schwester M. Basina Kloos zu, als sie Willibert Pauels für seinen Auftritt dankte. „Ich wusste bisher nicht, dass es das neunte Sakrament ist, eine Tante im Kloster zu haben.“ Und nicht nur deshalb werde sie ihn irgendwann ganz sicher wieder einladen, kündigte sie an.

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