„Ihr seid ein Glücksfall für uns!“

Neunkirchen: Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer besuchte den Kinderhospizdienst Saar

15.12.2010

Neunkirchen. Es war Zufall, dass die Eheleute Groß auf den ambulanten Kinderhospizdienst aufmerksam wurden. Damals ging es ihrem Sohn Nicolas sehr schlecht und sie wussten nicht so recht, wie es weitergehen sollte. In der akuten Krisensituation hat das SAPV-Team (diese Abkürzung steht für Spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung) dem heute 16-Jährigen  mit einer gezielten Schmerztherapie geholfen. Das SAPV-Team steht auch heute quasi Gewehr bei Fuß, um bei einer krisenhaften Zuspitzung eingreifen zu können. Ansonsten besucht eine ehrenamtliche Hospizhelferin einmal pro Woche Nicolas und verschafft den Eltern so den Freiraum, sich auch einmal um sich selbst kümmern zu können. Dank der Unterstützung durch den Kinderhospizdienst und das SAPV-Team „hat Nicolas enorm an Lebensqualität gewonnen“, stellt Elke Groß fest und ergänzt: „Ihr seid ein Glücksfall für uns!“

Annegret Kramp-Karrenbauer hört aufmerksam zu, als Elke Groß ihre Geschichte erzählt. Die Ministerin für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport des Saarlands ist im Rahmen und zum Abschluss der saarländischen Pflegewoche ganz gezielt nach Neunkirchen gekommen, um sich über die Arbeit des Kinderhospizdienstes Saar zu informieren. – Hier hat sich in den letzten Jahren viel entwickelt: Das SAPV-Team betreut derzeit neun Kinder, die an einer Lebens limitierenden Krankheit leiden. Das ist, so Dr. Benjamin Gronwald, der pädiatrische Palliativmediziner des Teams, eine sehr intensive Arbeit mit bis zu zwei Hausbesuchen pro Tag. Der Kinderhospizdienst mit seinen zwei hauptamtlichen Hospizfachkräften und 58 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern betreut 105 Kinder im Saarland und angrenzenden Gebieten und ist damit einer, wenn nicht der größte in Deutschland.

Auch wenn die Zahlen eine deutliche Sprache sprechen, so schauen die Verantwortlichen doch nicht ohne Sorge in die Zukunft. Denn die Finanzierung der Spezialisierten ambulanten Palliativ-Versorgung ist langfristig nicht gesichert und die Kassen tun sich schwer, entsprechende Verträge zu unterschreiben. Eigentlich schade, helfen das SAPV-Team und der Kinderhospizdienst doch entscheidend dabei, dass schwerstkranke Kinder weiter zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung leben können.

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