Jeder Fall in der Hospizarbeit muss individuell betreut werden

Fachkräfte unterschiedlicher Professionen in der Hospiz- und Palliativarbeit nutzten den Palliativtag, um sich über ihre Arbeit auszutauschen

03.06.2011

Neuwied. „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“ – dieser Leitsatz der Begründerin der weltweiten Hospizbewegung Cicely Saunders ist wegweisend für die meisten Initiativen, Institutionen und Berufsgruppen in der Hospiz- und Palliativarbeit. Auch die Palliativtage Rheinland-Pfalz, die Ende Mai 2011 gleichzeitig in Neuwied, Bad Kreuznach und Trier stattfanden, standen unter diesem Motto. Gemeinsam mit der Interdisziplinären Gesellschaft für Palliativmedizin Rheinland-Pfalz e.V. (iGP) hatte das Palliativ Netzwerk im Landkreis Neuwied an diesem Tag Fachkräfte unterschiedlicher Professionen wie Ärzte, Pflegekräfte, Seelsorger, Psychologen und Sozialarbeiter, dazu eingeladen, in Vorträgen und Workshops über ihre Arbeit ins Gespräch zu kommen. Ziel war es, die Kooperationen von allen in der Palliativmedizin und Hospizarbeit engagierten Berufsgruppen weiter auszubauen und zu intensivieren, um so die bestmögliche Betreuung von schwerstkranken und sterbenden Menschen zu gewährleisten. „Und das ist uns gelungen“, freute sich Christoph Drolshagen, von der Fachberatung Hospiz des Trägers und Sprecher des Palliativnetzwerkes, über die erfolgreiche Veranstaltung.

Anhand von konkreten Fallbeispielen stellten die Referenten ihre Arbeit vor und diskutierten sie mit dem Plenum. So beschrieb beispielsweise Marion Bernardy vom Krankenpflegedienst ASD Linz in ihrem Vortrag Entscheidung am Lebensende die Betreuung schwerstkranker Menschen aus der Sicht der ambulanten Pflege. Hier kommt es vor allem auf eine oft sehr spontane und unkonventionelle Zusammenarbeit aller beteiligten Professionen an: Das beginnt bei den kleinen Dingen wie der schnellen Bereitstellung eines Pflegebettes und der unkomplizierten Versorgung mit Medikamenten durch einen guten Apotheker und endet bei der passenden Schmerztherapie und der psychosozialen Betreuung des Patienten und seines Umfeldes.

Die ethischen Aspekte der Palliativ- und Hospizarbeit beleuchtete Georg Beule, Leiter der Stabsstelle Ethik und Werte, in seinem Referat Ethische Verantwortung gemeinsam tragen: Ein Arzt steht vor der Entscheidung eine Frau, die am nächsten Tag ihren 60. Geburtstag groß feiern möchte, zu sagen, dass sie Brustkrebs hat – was soll er tun? Dieses von Beule gewähltes Beispiel wurde von den Teilnehmern ausführlich und vor allem kontrovers diskutiert. Fazit: Jeder Fall in der Hospiz- und Palliativarbeit ist anders und muss individuell betreut werden. „Diese Veranstaltungen helfen uns, weiter zu lernen und somit noch besser auf die uns anvertrauten Menschen eingehen zu können“, ist sich Dr. Martin Fuchs, der Präsident der Interdisziplinären Gesellschaft für Palliativmedizin Rheinland-Pfalz e.V. (iGP), sicher.

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