Die Hospiz-Kultur-Kneipe ist eine Art Türöffner

Franziskus-Hospiz Hochdahl: In der Hospiz-Kultur-Kneipe können Inte-ressierte kulturelle Abende verbringen – und Berührungsängste abbauen

Interessiert verfolgten die Besucher der Hospiz-Kultur-Kneipe den Reisebericht über Indien. Die Organisatoren überlegen sich für jeden ersten Freitag im Monat, an dem die Kultur-Kneipe stattfindet, etwas Neues.

16.06.2011

Hochdahl. Sie hatten den Aushang in der Kirche gesehen. Oder Freunde hatten ihnen davon erzählt. Oder sie sind schon seit Jahren Gäste in der Hospiz-Kultur-Kneipe – und waren darum auch Anfang Juni dabei, als wieder rund 50 Besucher ins Franziskus-Hospiz Hochdahl gekommen waren. Allerdings nicht, um sich über Sterben, Tod und Trauer auszutauschen, sondern um gemeinsam einen Abend mit verschiedenen kulturellen Angeboten zu verbringen. Dieses Mal stand ein Vortrag über Indien auf dem Programm: Mit vielen Fotos, bunten Saris und einem traditionellen indischen Reisgericht brachte Christiane Dommach, die stellvertretende Pflegedienstleitung im Hospiz, den Teilnehmern Indien näher, wie sie es auf ihren Reisen erlebte. „Unser Hospiz soll ein fester Bestandteil der Gemeinde sein, darum haben wir die Hospiz-Kultur-Kneipe ins Leben gerufen“, erklärte Ulrike Proba-Köhler, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Franziskus-Hospiz, das Angebot. Jeder Interessierte kann gegen eine geringe Spende teilnehmen und bekommt zudem eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken.

Die Kultur-Kneipe ist für Proba-Köhler eine Art Türöffner: „Die Menschen kommen hier ungezwungen und in einem angenehmen Rahmen mit dem Hospiz in Kontakt“. Sie verlieren so etwas die Scheu, sich mit dem Thema Hospiz auseinanderzusetzen und können Vorurteile abbauen. In der Regel findet die Hospiz-Kultur-Kneipe jeden ersten Freitag im Monat statt – und das bereits seit 2006. Nicht immer gibt es Foto-Vorträge und Reiseberichte. Das Organisationsteam, das sich aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern des Hospizes zusammensetzt, lässt sich immer etwas Neues einfallen. „Im Herbst feiern wir ein kleines Oktoberfest, vor Kurzem hatten wir einen amüsanten Heinrich-Heine-Abend und auch die Spiele zur Fußball-WM haben wir hier begeistert verfolgt“, berichtete eine Teilnehmerin, die gerne und regelmäßig zur Hospiz-Kultur-Kneipe kommt. „Und jedes Mal ist es gut besucht“.

Wenn sie sich dazu in der Lage fühlen, sind die Gäste des Hospizes oder ihre Angehörigen auch mit dabei. „Hier ist es das Natürlichste von der Welt, dass Kranke und Gesunde gemeinsam einen schönen Abend verbringen“, so die Beobachtung von Ulrike Proba-Köhler. Die Gäste im Hospiz erfahren so ein Gefühl des Angenommenseins. Sie können hier als Mitglied der Gemeinde wieder etwas Alltägliches erleben. Darüber freute sich Ulrike Proba-Köhler besonders: „Schließlich ist dieser würdevolle Umgang mit Sterbenden ein wesentlicher Teil der Hospizidee“.

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