„Wir wollen die Menschen mit ihren Fragen nicht allein lassen“

Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler: Beratung für Patienten und ihre Angehörigen zum Thema Patientenverfügung

21.03.2012

Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Das Interesse an dem Thema Patientenverfügung steigt ständig“, so die Erfahrung von Georg Beule, dem Stabsstellenleiter Ethik und Werte. Nicht nur Vortragsveranstaltungen zu diesem Thema würden gut besucht, auch Krankenhäuser beobachteten, dass ein großer Informationsbedarf besteht. Pflegekräfte und Ärzte werden häufig von Patienten und Angehörigen angesprochen, die sich Gedanken darüber machen, wie sie behandelt werden möchten, wenn keine Aussicht auf Heilung besteht und sie ihren Willen nicht mehr äußern können. „Es besteht eine große Unsicherheit auf diesem Gebiet“, bestätigt Hildegard Schneider, die ehemalige Pflegedienstleiterin des Krankenhauses Maria Hilf. „Und wir wollen die Menschen mit ihren Fragen nicht allein lassen.“

Deshalb hat das Ethikkomitee des Marienhaus Klinikums im Kreis Ahrweiler Ende des Jahres eine Fortbildung angeboten, an der zwölf Männer und Frauen aus den drei Standorten des Klinikums teilnahmen. Sie alle sind schon lange Jahre im Krankenhaus tätig, zum Beispiel als Grüne Damen, Pflegekräfte, Seelsorger oder in der Krankenhausleitung. An vier Abenden setzten sie sich unter der Leitung von Georg Beule und Wolfgang Heinemann, dem Leiter des Fachbereichs Ethik/Seelsorge der Malteser Deutschland, mit den ethischen, juristischen, medizinischen und weltanschaulichen Fragen der Patientenverfügung auseinander. Ein Palliativmediziner, eine Rechtsanwältin und eine Mitarbeiterin des Sozialdienstes bereiteten die Teilnehmenden mit Fachbeiträgen und konkreten Fallbeispielen auf die Beratungssituation vor.

Den Kurs besuchten sie aus unterschiedlichen Gründen. Da ist zum Beispiel die Krankenschwester Ursula Wagner, die bei ihrer Arbeit häufig auf das Thema Patientenverfügung angesprochen wird und gerne kompetent Antwort geben möchte. Oder Ruth Hohl, Chefarztsekretärin in der Brohltal-Klinik St. Josef Burgbrohl, die seit einigen Monaten die Ruhephase der Altersteilzeit begonnen hat und eine sinnvolle Tätigkeit sucht. Martha Sesterheim, ist Krankenschwester im Entlassungsmanagement im St. Josef-Krankenhaus Adenau. Zusätzlich ist sie schon seit Jahren aktiv in der Palliativ- und Hospizarbeit tätig. „Da passt es gut, dass ich mich jetzt auch beim Thema Patientenverfügung auskenne“, sagt sie.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge aller drei Standorte ist es selbstverständlich, dass sie mit Patientenverfügungen vertraut sind. Denn gerade sie werden häufig mit dem Thema konfrontiert. Deshalb hat sich das Seelsorgeteam auch bereit erklärt, die Ehrenamtlichen bei der Beratung zu unterstützen und die Organisation der Termine zu übernehmen. Sie sammeln die Anfragen und vermitteln die Beratungstermine, die von den Kursteilnehmern ehrenamtlich wahrgenommen werden.

Hildegard Schneider und Birgit Kriegel, die Pflegedienstleiterin im St. Josef Krankenhaus Adenau, hoffen, dass sich immer mehr Menschen damit auseinandersetzen, welche medizinischen Maßnahmen sie wünschen, wenn sie ernsthaft erkranken oder einen schweren Unfall erleiden. Denn es komme häufig vor, dass der Wunsch eines Patienten nicht bekannt ist. Zudem liege vielfach keine Vorsorgevollmacht vor, in der der Patient einen Menschen seines Vertrauens damit beauftragt hat, in seinem Sinne zu entscheiden, wenn er sich selbst nicht mehr äußern kann. „Dann müssen wir oftmals eine ethische Fallbesprechung einberufen, in der die Ärzte, Pflegekräfte, Therapeuten und Seelsorger besprechen, ob zum Beispiel eine intensivmedizinische Behandlung weitergeführt wird“, so Georg Beule. Mit einer Patientenverfügung hätte der Patient hier für Klarheit sorgen können.

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