Sie wollen schwerstkranken Menschen ihre Zeit schenken

Neuwieder Hospiz e.V.: 17 Männer und Frauen haben die Qualifizierung zum Hospizhelfer abgeschlossen

Die Hospizfachkraft Sabine Birkenbach (links) und Rita Krebsbach (rechts), die Bildungsbeauftragte des Neuwieder Hospiz e.V., freuen sich mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Hospizhelferkurses über den erfolgreichen Abschluss ihrer Qualifizierung. FOTO: Andrea Schulze

29.06.2012

Neuwied. „Ich habe Zeit. Das ist mein Reichtum“, so Ernst Neumann. „Und davon möchte ich etwas verschenken.“ Zusammen mit 16 weiteren Männern und Frauen hat er Ende Juni seine Qualifizierung zum Hospizhelfer beim Neuwieder Hospiz e.V. abgeschlossen. Knapp ein Jahr lang bereiteten sich die Kursteilnehmer in 125 Unterrichtsstunden auf die Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen vor. Zusätzlich absolvierten sie ein Praktikum in einem Krankenhaus, einer Senioreneinrichtung oder einem Hospiz, in dem sie erste Erfahrungen im Umgang mit schwerstkranken Menschen sammelten. „Das Praktikum hat mich darin bestätigt, dass ich diese Aufgabe gerne übernehmen möchte“, sagte Peter Oster, der während des Praktikums schon zwei Begleitungen übernommen hat. Er ist seit einigen Monaten im Vorruhestand. „Mir geht es gut und ich habe in meinem Leben so viel Glück erfahren, dass ich anderen Menschen davon etwas abgeben möchte“, beschreibt er seine Motivation, sich in der Hospizarbeit zu engagieren.

Die Hospizarbeit lebt vom ehrenamtlichen Einsatz der Hospizhelfer. Sie helfen mit, dass Schwerstkranke ein würdiges, selbstbestimmtes Leben bis zuletzt führen können. Häufig begleiten sie auch die Angehörigen in ihrer Trauer. Dafür wurden die Hospizhelfer nach den Qualitätsanforderungen des Deutschen Hospiz- und PalliativVerband e.V. und der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz Rheinland-Pfalz ausgebildet. Susan Sprague-Wessel, die Vorsitzende des Neuwieder Hospiz e.V., ermunterte die neuen Hospizhelfer, immer wieder den Austausch mit den Kollegen zu suchen. Zusätzlich biete der Neuwieder Hospiz e.V. allen, die Schwerstkranke begleiten, Supervision an. „Dadurch werden die Ehrenamtlichen professionell unterstützt und haben die Gelegenheit, das Erlebte und ihren Umgang damit zu reflektieren“, so Susan Sprague-Wessel.

Die Motive sich als Hospizhelfer zu engagieren sind bei jedem Kursteilnehmer unterschiedlich. Einige haben selbst schon schwere Situationen durchlebt und freuen sich, jetzt anderen helfen zu können. Ernst Neumann zum Beispiel hat vor viereinhalb Jahren seine Tochter an den Folgen einer Krebserkrankung verloren. „Es war ein langer Trauerweg, den ich gegangen bin“, erinnert er sich. Jetzt hat er die Kraft gewonnen seine Zeit und seine Erfahrungen anderen Menschen weiterzugeben. „Und das ist ganz im Sinne meiner Tochter“, ist er überzeugt. „Als Krankenschwester war sie auch immer bereit, anderen zu helfen.“

Ab Mitte August startet in Neuwied der neue Hospizhelferkurs, für den sich noch wenige Interessierte anmelden können. Detaillierte Informationen zur Anmeldung, zu Kosten, Terminen, Voraussetzungen und Kursinhalten erhalten Interessierte beim Neuwieder Hospiz e.V., Willi-Brückner Str. 1, Tel: 02631/344214, unter www.neuwieder-hospiz.de oder per Mail an hospizvereinNR@t-online.de

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