Sie ist „ein verlässlicher Partner in Grenzbereichen menschlichen Lebens“

Mit einem Festakt und einem Konzert feierte die Waldbreitbacher Hospiz-Stiftung ihr zehnjähriges Bestehen

Schwester Edith-Maria Magar, die Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen und Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung (3. von links), und Marlene Rupprecht, die Vorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes (links im Bild), dankten den Mitglieder des Vorstandes der Waldbreitbacher Hospiz-Stiftung für ihr Engagement. FOTO: Andrea Schulze

24.06.2013

Waldbreitbach. Ihr Anliegen ist ein zweifaches: Zum einen wirbt sie um Spenden, um damit das langjährige und vielfältige Engagement des Trägers in der Hospizarbeit auch langfristig finanziell abzusichern; zum anderen will sie (beispielsweise durch die Förderung von Projekten oder Informationsveranstaltungen) ihren Beitrag dazu leisten, dass Sterben und Tod in der Gesellschaft wieder als zum Leben gehörig akzeptiert werden. Das tut sie seit nunmehr zehn Jahren, und das durchaus erfolgreich: die Waldbreitbacher Hospiz-Stiftung, die die Waldbreitbacher Franziskanerinnen und die Marienhaus GmbH im Jahre 2003 (da feierte das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen) gegründet haben. Beim Festakt Ende Juni im Forum Antoniuskirche auf dem Waldbreitbacher Klosterberg wurde deutlich, wie wertvoll und unverzichtbar hospizliches Engagement in einer Gesellschaft ist, in der sich Menschen in aussichtslosen Lebenslagen oft alleingelassen und verlassen fühlen.

Ein hohes Maß menschlicher Zuwendung

In der Hospizarbeit engagieren sich die Waldbreitbacher Franziskanerinnen und der Träger schon seit Ende der 80er Jahre. Dies, so unterstrich es Generaloberin Schwester Edith-Maria Magar in ihrer Ansprache, gehöre auch „genuin zu unserem Auftrag“. Die Waldbreitbacher Hospiz-Stiftung, so die Kuratoriumsvorsitzende, trage wesentlich mit dazu bei, dass „die Hospizarbeit sich auch künftig durch Professionalität, durch ein hohes Maß an menschlicher Zuwendung und eine respekt- und würdevolle Fürsorge“ auszeichne. Bis Ende 2012 hat die Stiftung die Hospizeinrichtungen, an denen der Träger beteiligt ist, mit immerhin rund 1,6 Millionen Euro unterstützen können.

Professionelles Knowhow und ehrenamtliches Engagement

Die meisten Menschen haben den Wunsch, die letzte Phase ihres Lebens in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung zu  verbringen. Der Kranke und seine Angehörigen sind allerdings oft überfordert mit den Anforderungen und Belastungen, die aus Pflege und Betreuung resultieren. Hier kommt dann im Idealfall das Hospiz ins Spiel – das professionelle Knowhow ebenso wie das ehrenamtliche Engagement, wie Schwester Edith-Maria betonte; denn „beides tut den Menschen gut, die hilfesuchend zu uns kommen“. In diesem Zusammenhang lobte Schwester Edith-Maria besonders das Engagement ehrenamtlicher Hospizhelferinnen und -helfer. Sie seien „Wegbegleiter in existenziellen Lebenssituationen“ und nähmen „mit großer Leidenschaft“ teil am Schicksal Schwerstkranker und ihres Umfeldes.

Die Waldbreitbacher Hospiz-Stiftung sei – nicht zuletzt auch durch das (ehrenamtliche) Engagement ihrer Vorstandsmitglieder – in den zehn Jahren ihres Bestehens „ein verlässlicher Partner in Grenzbereichen menschlichen Lebens geworden“, unterstrich Schwester Edith-Maria.

Neues gesellschaftliches Bewusstsein schaffen

Viel Lob und Anerkennung für ihre Arbeit erntete die Stiftung auch von Marlene Rupprecht MdB, der Vorsitzenden des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes, die auch eine der beiden Sprecher des interfraktionellen Gesprächskreises Hospiz im Deutschen Bundestag ist. In einer Gesellschaft, die sich weitgehend der Themen Sterben und Tod entwöhnt habe, müsse auch und gerade am Ende des Lebens das Menschenrecht gelten, dass die Würde des Menschen unantastbar sei. Deshalb, so Marlene Rupprecht, müsse ein neues gesellschaftliches Bewusstsein geschaffen werden. Es müsse, so forderte sie, „zur Infrastruktur einer Gemeinde“ auch ein Hospizdienst gehören; denn es gelte, da zu sein für die Menschen „dort, wo diese leben“. Die Waldbreitbacher Hospiz-Stiftung ermunterte Marlene Rupprecht deshalb auch: „Mischen Sie sich in die Politik ein!“

Begegnung mit den Menschen

Wie verwenden eigentlich die Hospize, die von der Waldbreitbacher Hospiz-Stiftung finanziell gefördert werden, diese Spendengelder? Und was motiviert die haupt- und ehrenamtlichen Hospizler, sich für schwerstkranke Menschen und ihre Angehörigen einzusetzen? Drei Beispiele aus der Praxis gaben hierauf eindrucksvoll Antwort. So schilderte Sabine Birkenbach aus dem Ambulanten Hospiz Neuwied, wie sich in einer menschlichen Extremsituation, wie es das drohende Lebensende nun einmal ist, Beziehungen aufbauen und gestalten lassen. Da ließ Beate Leonhard-Kaul Bilder sprechen – einen Film über die Arbeit des Kinderhospizdienstes Saar, der Familien oft über Jahre begleitet, die ein Kind haben, das an einer Lebens verkürzenden Krankheit leidet. Und Michaela Kremer verdeutlichte, wie die spirituelle Begleitung (Hospizarbeit verfolgt bekanntlich einen ganzheitlichen Ansatz) im Franziskus-Hospiz in Hochdahl gestaltet wird. „Das Herzstück meiner Arbeit ist die Begegnung mit den Menschen“, sagt auch Michaela Kremer.

Musikalische Reise

Abschluss und Höhepunkt des Festaktes war dann das Konzert mit der Band KREUZ + quer. Der Liederzyklus „(un)sterblich“ ist in Zusammenarbeit mit dem Mainzer Hospiz entstanden und rückt den Tod, das Abschied nehmen und das Loslassen in den Mittelpunkt. Zusammen mit den Texten und Geschichten zwischen den Liedern gestaltet die Band so eine musikalische Reise, die auf einfühlsame Weise die Zuhörer im Forum Antoniuskirche berührte. Auch wenn es um den Tod oder den Verlust eines geliebten Menschen geht, so machen die Lieder von KREUZ + quer doch Mut, sie geben Hoffnung und spenden Trost. – Ganz so, wie es auch die Menschen tun, die sich als Hospizler in den Dienst der Menschen stellen.

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