Selbstbestimmung am Lebensende – (k)ein Recht auf Sterbehilfe?

25.11.2014

Vallendar. In Kooperation mit der Katholischen Ärztearbeit Deutschlands e. V. (KÄAD) und der Waldbreitbacher Hospiz-Stiftung lud das Ethik-Institut an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar Mitte November zu einer Fachtagung mit dem Thema Selbstbestimmung am Lebensende – (k)ein Recht auf Sterbehilfe? ein. Der Zeitpunkt hätte besser nicht gewählt sein können, wie Privatdozent Dr. Rudolf Giertler von der KÄAD bei der Begrüßung feststellte; denn nur zwei Tage zuvor hatten die Mitglieder des Deutschen Bundestages mehr als vier Stunden über das Thema Sterbehilfe debattiert. 

Einer, der im Plenum des Deutschen Bundestages das Wort ergriffen hatte und auch in Vallendar mit den 60 interessierten Zuhörern diskutierte, war der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder aus dem Landkreis Bitburg-Prüm. Wie alle Referenten forderte auch Schnieder einen deutlichen Ausbau der Palliativmedizin sowie der ambulanten und stationären Hospizdienste. Dr. Peter Ehscheidt, erfahrener Internist, Onkologe und Palliativmediziner aus Neuwied, räumte wie sein Arzt-Kollege Professor Dr. Hans-Bernhard Wuermeling (Erlangen) Defizite in der Aus- und Fortbildung sowie der internen Akzeptanz der Palliativmedizin ein. Dabei sei ihr Wirken nicht nur im Sinne des todkranken, auf Begleitung angewiesenen Patienten ein Segen. Eine Stärkung des Bereiches der Palliativmedizin wirke sich auch positiv auf die Medizin, den Gesetzgeber, die Justiz und die Berufsordnung der Ärzte aus, die in Sachen Sterbebegleitung im weitesten Sinne noch nicht einmal bundeseinheitlich mit einer Sprache spreche.

Der Wunsch, sich selbst zu töten oder töten zu lassen, verschwinde mit dem Grad der medizinischen wie menschlichen Zuwendung fast völlig: Darin waren sich die Teilnehmer mit Blick auf die Fortschritte der Palliativmedizin einig. Und damit entfalle, was der Politiker Schnieder mit Blick auf die Argumente der Sterbehilfe-Befürworter und des assistierten Suizids als „Recht auf Selbstbestimmungs-Maximum“ verneinte. Zumal Suizid und seine öffentlichkeitswirksame Kommunikation ansteckend wirken könne.

Keinesfalls, da waren sich die Experten in Vallendar einig, dürfe es dazu kommen, dass Patienten am Ende ihres Lebensweges, der oft ein Leidenswegs ist, zu dem Schluss kommen, der Gesellschaft wäre mehr an ihrem Tod als an ihrem Weiterleben gelegen. Denn die Würde des Menschen sei auch im Angesicht des Sterbens und des Todes allumfassend und endet nie.

Foto: red

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