„Auch im Sterben steckt jede Menge Leben“

Seit über zehn Jahren kümmert sich das Ambulante Hospiz Neuwied um schwerstkranke und sterbende Menschen im Kreis Neuwied. Hospizfachkräfte und ehrenamtliche Hospizhelfer sorgen dafür, dass die Patienten ih-re letzte Lebensphase in ihrer gewohnten Umgebung verbringen können. Die Marienhaus GmbH, der Neuwieder Hospiz e.V., die Franziskanerbrü-der vom Hl. Kreuz in Hausen und die Genossenschaft der Töchter des hl. Kamillus ermöglichen als Träger das Begleitungsangebot des Hospizes, das kostenfrei und jedem zugänglich ist. Unsere dreiteilige Serie stellt die Arbeit des Ambulanten Hospizes vor. Im zweiten Teil beleuchten wir die Arbeit der hauptamtlichen Hospizfachkräfte.

07.02.2011

Neuwied. „Wir geben den Sterbenden das Versprechen, dass wir sie nicht alleinlassen und für sie da sind“, so beschreibt Verena Krings-Ax die Intention ihrer Arbeit. Sie ist seit Anfang 2010 Hospizfachkraft im Ambulanten Hospiz Neuwied. Zuvor hat sie sich ehrenamtlich in der Hospizarbeit engagiert und konnte mit ihrer Arbeit als Pflegekraft auf einer Palliativstation bereits viele Erfahrungen sammeln. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Sabine Birkenbach und Ulrike Meurer kümmert sie sich im Kreis Neuwied um schwerstkranken und sterbende Menschen, um deren Angehörige und Freunde. Im vergangenen Jahr hat das Ambulante Hospiz über hundert Betroffenen betreut. „Jede Begleitung ist anders und eine neue Herausforderung“, berichtet Verena Krings-Ax. Manche Begleitungen sind schon nach ein oder zwei Tagen beendet. „Und einige Betroffenen begleiten wir manchmal bis zu zwei oder sogar drei Jahren“, fügt sie hinzu.

Der erste Kontakt zum Hospiz erfolgt meist telefonisch. „Oft sind es Angehörige, die uns anrufen“, weiß Sabine Birkenbach, die sich seit über zehn Jahren in der Hospizarbeit engagiert, aus Erfahrung. Birkenbach war lange Zeit ehrenamtliche Hospizhelferin. 2008 hat sie die Ausbildung zur hauptamtlichen Hospizfachkraft abgeschlossen und ist seitdem im Ambulanten Hospiz Neuwied tätig. In der Regel erfolgt die erste Beratung am Telefon. Anschließend besucht eine der hauptamtlichen Mitarbeiter den Betroffenen in seinem häuslichen Umfeld, um sich ein erstes Bild von der Situation zu machen.

„Meist ist schon ein funktionierendes Netzwerk vorhanden und müssen wir nur ein wenig koordinierend tätig werden“, erläutert Ulrike Meurer. Sie arbeitet seit 2010 als Hospizfachkraft im Ambulanten Hospiz Neuwied – aber auch sie ist über ein ehrenamtliches Engagement zur Hospizarbeit gekommen. Die Hospizfachkräfte helfen zu klären, wo die Betroffenen und Angehörige welche Hilfen anfordern oder beantragen können. Außerdem kümmern sich die hauptamtlichen Mitarbeiter darum, dass für die Begleitung ein passender Ehrenamtlicher gefunden wird. „Wir sind sehr froh, dass uns die ehrenamtlichen Hospizhelfer unterstützen“, ist Meurer dankbar für das Engagement. Denn eine der Hauptaufgaben in der hospizlichen Begleitung ist, einfach da zu sein und Zeit zu schenken. Verstehen sich der Schwerstkranke, dessen Angehörige und die Ehrenamtliche gut, „dann treten wir Hauptamtlichen ein wenig in der Hintergrund“, erläutert Meurer.

Dennoch schauen Meurer, Birkenbach und Krings-Ax regelmäßig bei den Betroffenen vorbei. Sie sind für die Ehrenamtlichen jederzeit ansprechbar, wenn es Probleme gibt oder Fragen auftauchen, und helfen in Krisensituationen. Außerdem betreuen die hauptamtlichen Hospizmitarbeiter die verschiedenen Angebote für Trauernde, wie zum Beispiel das Trauercafé in Neuwied und in Kloster Ehrenstein in der Nähe von Neustadt (Wied) oder einen Gesprächskreis für Trauernde. Und sie sind mitverantwortlich für die Ausbildung der ehrenamtlichen Hospizhelfer, denn als Hospizfachkraft verfügen sie über umfangreiche palliativpflegerische Kompetenzen sowie über einen großen Erfahrungsschatz im Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen.

Auf die Frage, wie sie jeden Tag mit neuer Freude ihrem Beruf nachgehen, bei dem es ums Sterben geht, sind sich alle drei einig: „Auch im Sterben steckt jede Menge Leben – und das wollen wir unseren Patienten bis zum Schluss so lebenswert wie möglich machen“.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.neuwieder-hospiz.de.

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