„Stationäre Hospize sind die Leuchttürme in der Hospizarbeit“

Die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens besuchte das Franziskus-Hospiz Hochdahl – ausführliches Gespräch mit dem Vorstand des Hospiz- und Palliativverbandes NRW

21.09.2011

Erkrath. „Ich bin von der Hospizarbeit überzeugt“, betonte Barbara Steffens, die nordrhein-westfälische Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, bei ihrem Gespräch mit dem Vorstand des Hospiz- und Palliativverbandes NRW e.V. (HPV) Anfang September im Franziskus-Hospiz Hochdahl in Erkrath. Die Erfahrungen zeigten, dass die meisten Menschen zu Haus sterben wollen. Ambulante Hospize machen genau das möglich, denn ehrenamtliche Hospizhelfer betreuen und begleiten Schwerstkranken in ihrem häuslichen Umfeld. „Hospizarbeit wurde und wird auch weiterhin in erster Linie ambulant geleistet“, weiß Hans Overkämping, der Vorsitzende des HPV. Denn jeder soll dort sterben dürfen, wo er gelebt hat. „Wenn der Betroffene das möchte, auch unter einer Brücke“, so Christoph Drolshagen, der Geschäftsführer des Franziskus-Hospizes Hochdahl. Auch dort hätten Ehrenamtliche schon Menschen begleitet. „Stationäre Hospize sind die Leuchttürme in der Hospizarbeit“, so Overkämping. Sie helfen in den Fällen, in denen die Versorgung eines Menschen in der gewohnten Umgebung nicht mehr möglich ist. Stationäre Hospize sollen und werden die ambulanten Strukturen nie ersetzen.

Der HPV NRW setzt sich derzeit dafür ein, die Betreuung und Begleitung Schwerstkranker und Sterbender durch Ehrenamtliche in Altenpflegeeinrichtungen und Krankenhäusern zu etablieren. „Wir sehen hier einen großen Bedarf“, betonte Overkämping. „Denn die Pflegekräfte sind mit einer hospizlichen Begleitung der Bewohner und Patienten überfordert.“ Darüber hinaus sei es geplant, Pflegekräfte in Alten- und Pflegeheimen zu schulen, um sie für die Bedürfnisse schwerstkranker Bewohner zu sensibilisieren.

Die Vorstandsmitglieder des HPV NRW machten die Ministerin darauf aufmerksam, dass die Hospize in NRW 25 bis 30 Prozent ihrer Kosten durch Spenden finanzieren müssen. Das sei kaum zu schaffen. Darüber hinaus seien die Tagessätze, die die Krankenkassen den Hospizen in NRW zahlen, mit die geringsten in ganz Deutschland. „Das gesamte Budget aller 24 Hospize in NRW ist nicht so hoch wie das eines kleinen Krankenhauses“, so Drolshagen. Steffens gab zu, dass die Finanzierung im Gesundheitsbereich teilweise ungerecht sei und will sich dafür einsetzten, dass NRW an den Bundesdurchschnitt angeglichen wird. Allerdings gab sie zu bedenken: „Wir leben in einer Welt, die nicht nur soziale Probleme hat.“ Und dämpfte damit zu große Erwartungen.

KONTAKT

Ihr Ansprechpartner:
Heribert Frieling
Postfach 12 20
56588 Waldbreitbach

Telefon: 02638 925-140
Mobil: 0171 9714955
E-Mail: info(at)marienhaus.de