Eine „kindliche Auseinandersetzung mit dem Tod“

Marienhausklinik St. Elisabeth: Grundschüler bearbeiten in Projektwochen das Thema Hospiz – einige Ergebnisse waren im Krankenhaus ausgestellt

Krankenhausoberin Annette Münster-Weber (rechts im Bild) war begeistert, wie vielfältig die Kinder ihre Emotionen in ihren „Gefühlsbildern“ ausgedrückt haben. Karin Jacobs vom Caritas-Kontaktzentrum ging es ebenso. FOTO: Franziska Sprenger

25.11.2011

Wadern. „Hospiz macht Schule“ – genauer gesagt: Grundschule. Denn mehrere Grundschulen in den Landkreisen Merzig-Wadern und Saarlouis führen seit 2010 unter diesem Motto Projektwochen zu den Themen Sterben und Tod durch. Einige der Ergebnisse – festgehalten in gemalten Bildern, selbstgestalteten Plakaten und vielen Fotos – waren von Oktober bis Ende Dezember letzten Jahres in der Marienhausklinik St. Elisabeth Wadern zu sehen. „Dieses Projekt zielt genau in die Mitte der wichtigen Themen unserer Zeit“, zeigte sich Krankenhausoberin Annette Münster-Weber bei der Ausstellungseröffnung Mitte Oktober überzeugt. Denn hier erhalten Kinder die Voraussetzungen, auch als Erwachsene ohne Tabus mit dem Sterben umzugehen. Daher hatte sie gerne zugestimmt, als die Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz Saarland, die die Projektwochen organisiert, anfragte, ob die Wanderausstellung in der Marienhausklinik ausgestellt werden dürfte. Die Verbindung entstand über das Caritas-Kontaktzentrum für Demenz und Hospiz, mit dem die Klinik schon seit vielen Jahren eng zusammen arbeitet.

„Kinder machen oft schon früh in irgendeiner Form Erfahrungen mit Sterben und Tod“, so Susanne Burkhardt von der Landesarbeitsgemeinschaft. Häufig spüren sie aber das Unbehagen der Erwachsenen und wissen nicht, wie sie ihre Empfindungen ausdrücken sollen. Um ihnen die Scheu zu nehmen, bearbeiten in den Projektwochen ehrenamtliche Hospizhelferinnen und -helfer mit Dritt- und Viertklässlern Themen wie „Werden und Vergehen“, „Krankheit“ oder „Trauer“. Dazu malen die Acht- bis Zehnjährigen unter anderem „Gefühlsbilder“, können einem Mediziner konkrete Fragen stellen („Bekommen auch Kinder einen Herzinfarkt?“), oder erfahren verschiedene Fakten, beispielsweise, wie tief ein Grab ist. „Die Kinder sind unglaublich neugierig“, so Burkhards Erfahrung. Dieses kindliche Interesse müsse man nutzen, um sie behutsam an das Thema Tod heranzuführen, findet Annette Münster-Weber.

Die Bilder wurden bewusst im Foyer und in den Wartebereichen der Patienten ausgestellt. „An einem Ort, wo Menschen krank sind und gesund werden, wo Menschen aber auch sterben, hat diese kindliche Auseinandersetzung mit dem Tod eine besondere Bedeutung“, findet Karin Jacobs vom Caritas-Kontaktzentrum. Denn über die Neugier der Kinder können auch Erwachsene einen leichteren Zugang zum Thema bekommen.

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