Ein Haus, in dem Schwerstkranke und Sterbende Aufnahme finden

Erster Spatenstich für das stationäre Hospiz im Ahrtal – zehn Betten für die Betreuung schwerstkranker Menschen

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich fiel Mitte September der Startschuss für den Bau des Hospizes im Ahrtal.

15.09.2014

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Es war für alle Beteiligten ein ganz besonderer Tag. Mitte September wurde auf dem Grundstück am Dorotheenweg der symbolische erste Spatenstich für das Hospiz im Ahrtal vollzogen. Damit geht für den Hospiz-Verein Rhein-Ahr ein Traum in Erfüllung; denn der Verein hatte sich, daran erinnerte die Vorsitzende Ulrike Dobrowolny in ihrem Grußwort, den Bau eines stationären Hospizes schon vor mehr als 20 Jahren zum Ziel gesetzt. Dass das Projekt nun Wirklichkeit wird, das ist sicherlich der Tatsache zu verdanken, dass der Verein mit den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel und der Marienhaus Unternehmensgruppe zwei Partner hat gewinnen können, die über vielfältige und langjährige Erfahrungen in der Hospizarbeit verfügen. Gemeinsam bauen die drei Träger nun das Hospiz im Ahrtal. Alle Drei fühlen sich dem christlichen Menschenbild verpflichtet und werden in ökumenischem Geiste zusammenarbeiten.

Das zweigeschossige Gebäude, das nach den Plänen des Neuwieder Architekturbüros Berghaus und Michalowicz entsteht und im Herbst 2015 fertig gestellt sein soll, verfügt über zehn wohnliche Zimmer für die Hospizgäste. Auch Angehörige und Freunde können mit aufgenommen werden. Weiterhin stehen ein Wohnzimmer mit Wohnküche, ein Raum der Stille, Terrassen und ein Garten den Gästen und ihren Angehörigen und Freunden jederzeit zur Verfügung.

Mit dem Hospiz im Ahrtal schließen die drei Träger eine Versorgungslücke. Denn im nördlichen Rheinland-Pfalz fehlt bisher ein stationäres Hospiz und damit ein wichtiger Baustein in der hospizlichen Versorgung der Menschen in der Region. Dabei stellen die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospiz-Vereins, die schwerstkranke und sterbende Menschen ambulant betreuen, fest, dass es immer wieder und zunehmend Situationen gibt, in denen die ambulante Betreuung an ihre Grenzen stößt.

Medizinische, pflegerische oder auch soziale Gründe (das Fehlen familiärer Strukturen beispielsweise) können dafür ausschlaggebend sein, dass ein schwerstkranker Mensch in den letzten Wochen oder Monaten seines Lebens zu Hause nicht mehr adäquat versorgt werden kann. In dieser Situation braucht es ein stationäres Hospiz – ein Haus also, in dem Schwerstkranke und Sterbende Aufnahme finden und in dem sie fürsorgliche Zuwendung, kompetente palliativmedizinische Pflege und palliative ärztliche Versorgung sowie (auf Wunsch) ehrenamtliche und seelsorgliche Begleitung erfahren und so die letzten Tage oder Wochen ihres Lebens selbstbestimmt, in Würde und möglichst frei von Schmerzen verbringen können. Diese Aufgabe wird das Hospiz im Ahrtal übernehmen.

Das Hospiz im Ahrtal wird 2,9 Millionen Euro kosten. Davon müssen die drei Gesellschafter 500.000 Euro durch Spenden aufbringen. Und auch nach der Fertigstellung im Herbst 2015 wird das Hospiz im Ahrtal auf Spenden angewiesen sein. Denn die Kranken- und Pflegekassen tragen nur 90 Prozent der anfallenden Kosten, mindestens zehn Prozent müssen die Träger aus Spendenmitteln aufbringen. Hospize sind in Deutschland halt ohne bürgerschaftliches Engagement nicht denkbar. Deshalb sind die Verantwortlichen auch dankbar, mit Hans Stefan Steinheuer einen von Deutschlands Spitzenköchen als Schirmherrn gewonnen zu haben.

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